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Statement zur Arbeitsmarktsituation und Realitätsverweigerer.

Der österreichische Arbeitsmarkt hat ein Problem! Genau genommen ein Vermittlungsproblem und zwar ein gewaltiges. Die Gesamtsituation ist im Augenblick genauso prekär wie konfus. Genügend Menschen suchen nach Jobs – zumindest zahlenmäßig am Papier – und gleichzeitig herrscht ständiger Arbeitskräftemangel. Niemand versteht das! Wie kann das sein? Es ist dem AMS offensichtlich nicht möglich, die Personen von A nach B zu vermitteln. Scheinbar fehlt dazu die Motivation. Sowohl bei den Mitarbeitern des vermeintlich professionellen Staatsunternehmens, als auch bei den zu Vermittelnden.

Man muss halt auch verstehen: Ob sich ein Beamter in seinem Job bemüht oder nicht, macht auf seinem Lohnzettel keinen Unterschied. Auch der Anreiz für Arbeitslose, für ihr Geld zu „schuften“, ist ganz klar nicht mehr derselbe, wie er es mal war. Dann diskutiert man in der Politik sogar noch darüber, die Arbeitslosigkeit attraktiver zu gestalten. Kein Wunder, dass sich die paar Mitarbeiter, die dann doch noch irgendwie über vier Ecken vermittelt werden konnten, nicht mal beim entsprechenden Arbeitgeber melden. Ich meine, wo sind wir denn? Der Arbeitsmarkt scheint beinahe wie ein Kindergarten, wo jeder nach Lust und Laune machen kann was er will, weil am Ende ist eh alles egal, denn finanziell macht’s sowieso keinen Unterschied.

Das ist also alles schon mal per se eine Frage der Grundhaltung, ob die Arbeitslosen überhaupt Motivation finden zu arbeiten. Davon gibt’s mit Sicherheit viele. Dass es so einen motivierten und arbeitswilligen Anteil gibt, will ich nämlich gar nicht bezweifeln. Nur bringt das halt alles nichts, wenn die weder erfolgreich zu mir, oder sonst jemandem vermittelt werden. Im AMS fehlt es einfach an interner Koordination. Fairerweise muss man schon sagen, dass es dabei regionale Unterschiede gibt, wo das teils etwas besser funktioniert als an anderen Stellen. Da ist es dann mehr oder weniger eine Glückssache, ob man zu einem der wenigen guten Mitarbeiter kommt, oder zu einem der 98% anderen. Was jedoch überhaupt nicht funktioniert, ist die chaotische bundesländer-übergreifende Vermittlung. Anstatt an der Branche interessierter Leute bekommt man dann jene vermittelt, die eigentlich was ganz anderes machen wollen, oder zu dieser Arbeit leider nicht fähig sind. Was soll man da sagen? Die meisten Arbeitsvermittler haben offenbar selbst nur wenig Ahnung, was oder wohin sie wen vermitteln. Und deswegen bräuchten sie mit Ausnahme weniger allesamt selbst spartenbezogene Workshops, damit sie erstmals überhaupt eine Idee davon bekommen, welche Fähigkeiten jemand für welchen Job braucht. Stattdessen ist man so sehr durch seine unstrukturierte Eigenverwaltung überfordert und verharrt lieber in Lethargie, als dass man auf die Idee käme, ordnungsgemäß Mitarbeiter, geschweige denn Fachkräfte, an die richtigen Stellen zu vermitteln.

Manchmal hat man den Eindruck, das AMS will der Realität gegenüber einfach nur blind sein, damit es dem Druck entkommt, seinen Job zu machen. Dass dieses schon längst selbstlähmende Relikt, das schon seit den 80er Jahren mit nichts anderem beschäftigt ist als sich selbst zu überdauern, jetzt alle Arbeitgeber in Unmut treibt, wundert zumindest mich persönlich mittlerweile gar nicht mehr. Was das AMS braucht, sind Prämien für erfolgreiche Vermittlungen sowie für fachbezogene Schulungen. Wer sich aus Eigeninitiative für seinen Job interessiert und sich ehrlich Gedanken um seine Klienten macht, soll mehr belohnt werden als die, die stagnieren und wahllos irgendwen, irgendwohin vermitteln. Das als Anreiz für mehr Fokus auf Erfolg würde den Großteil der Probleme lösen. Gleichzeitig sollten auch die Bewerber eine Belohnung erhalten, die sich bezüglich Arbeitsort und Weiterbildungen flexibel zeigen. Und damit alles ein wenig reibungsloser funktioniert, muss die Frist für die Bewerber, sich beim AMS zu melden, reduziert werden. Aktuell sieht’s allerdings noch ganz anders aus und das finde ich schade, denn das Potenzial für eine funktionierende Arbeitsvermittlung wäre eigentlich da.

Tom Weber
derGastrocoach

Das Problem mit der Kritik, einfach zum Nachdenken !

Rezensionen. Feedback. Kritik. Davon lebe ich, davon lebt die Gastronomie. Es gibt ganz offen nichts Wertvolleres als ausführliche, ehrliche Verbesserungsvorschläge. Und ja – die können geradezu schonungslos ehrlich sein.

Dabei spielt es im Grunde keine Rolle, ob die von dir, mir oder Jamie Oliver höchstpersönlich kommt. Erklärte Unannehmlichkeiten nehmen wir ernst und das Gästeerlebnis wird für die Zukunft verbessert, während Lob innovative, noch nicht gefestigte Veränderungen bestärkt, die uns hilft, unserem Lokal seine einzigartige und passende Identität zu verleihen.

Allerdings muss ich genau hier ein Problem ansprechen, dass nicht nur ich, sondern die gesamte Branche insbesondere in jüngster Zeit immer häufiger beobachten muss. Und zwar ist es mittlerweile leider zum recht gängigen Trend /Volkssport geworden, seine Meinung in Form einer Online-Rezension kundzutun, die nicht nur wahnsinnig schwer nachzuvollziehen, sondern regelmäßig nichts anderes als Beleidigungen sowie eigenen Befindlichkeiten sind. Aussagen wie „nicht empfehlenswert“ und „nicht ganz meins“ lassen mich sehr daran zweifeln, ob jene „Kritiker“ den Zweck einer Kritik verstanden haben.

Das hilft nämlich weder anderen Gästen bei der Restaurantwahl noch erklärt es dem Gastronomen selbst, weshalb jene „Kritiker“ nun tatsächlich unzufrieden waren.

Nicht falsch verstehen: Sein Feedback online zu formulieren, kann eine legitime Weise sein, sie zu äußern. Sich einfach nur hinter der Fassade der Internet-Anonymität zu verstecken, um seinen destruktiven Hassbotschaften Ausdruck zu verleihen, ist es aber nicht. Was soll der Betreiber eines Lokals aus einer leeren 2-Sterne-Bewertung des Profils „LadyGiraffe69“ mitnehmen, das noch dazu in keiner Weiser für genauere Details kontaktierbar ist?

Woher soll man denn da überhaupt wissen, ob und wann dieser Gast im kritisierten Lokal war? Dagegen hätte eine kurze Rückmeldung noch im Restaurant einen deutlich höheren Wert. Gerade ein Problem wie „zu kleiner Portion, bin nicht satt geworden“ kann – wenn vor Ort formuliert – ohne Weiteres gelöst werden, gewährt online jedoch nicht mal den Ansatz einer Lösungsmöglichkeit.

Diese Form der Kritik muss also aufhören. Und zwar sofort. Sie diffamiert den Wert all jener Rezensionen, die mit ehrlicher Mühe verfasst wurden und bietet eine Plattform für Hass, Beleidigungen und Missbrauch. Und das hat die Gastronomie absolut nicht verdient.

Denn auch wir sind nur Menschen. Mit Bemühungen, Bestreben nach Verbesserung, aber auch Gefühlen.

Tom Weber
derGastrocoach

Qualität hat seinen Preis!

Wirtshaus ist keine Lieferservice-Sättigung, sondern Genussgastronomie.

Wirtshaus ist auch keine Kantine und kein schneller Döner von nebenan. Wer gedankenlos satt werden will, soll doch bitte dort hingehen. Im Wirtshaus geht’s um mehr als das. Ich höre hier derzeit fast schon im Dauergejammer, die Gastronomie sei gerade am Land im Aussterben. Auch die Restaurants in den Städten lassen nichts wirklich besseres hören. Wenn man diesen Pessimisten glauben will, liegt die Qualitätsgastronomie in ihren letzten Zügen.

 Und mit dieser überzogen negativen Sichtweise kann ich gar nichts anfangen.
 
Das wahre Problem der Branche sehe ich zum Teil in der Ideenlosigkeit begraben, die so manche Spezialisten innehaben. Wir müssen uns dringendst vom Billig-Angebot wegbewegen und uns auf Qualität und Service fokussieren. Ins Wirtshaus geht man in erster Linie nicht, um einfach nur satt zu werden. Wenn das der einzige Anspruch wäre, dann würde es uns schon lange nicht mehr geben.
 
Unsere Ansprüche müssen andere sein. Unsere Wirtshäuser sind vor allem Begegnungsstätten mit einem gewissen Erlebnisfaktor und wertefreie Räume mit entspannter Atmosphäre. Gibt’s kein Wirtshaus, dann gibt’s auch keine Möglichkeit für formale Businessunterhaltungen, von romantischen Dates ganz zu schweigen. Im Fast Food Restaurant wird man sich ja wohl kaum dafür zusammensetzen.Und auch sonst kann Junkfood und Lieferservice höchstens einen kleinen Bruchteil davon ersetzen. Allein, was die Qualität des Essens betrifft, liegen Welten dazwischen. Wer sich auch nur ein bisschen um den Geschmack und die Ästhetik seines Essens schert, wird sich sowieso niemals ein Wiener Schnitzel im Lieferservice bestellen.
 
Generell wird sich jetzt dahingehend so langsam das Spreu vom Weizen trennen. Wer Wert auf sein Essen legt, muss für qualitativ Hochwertiges in Zukunft auch bereit sein dafür fair zu zahlen.
 
Denn Qualität ist eine Lebenseinstellung, die seinen Preis hat. Dann wird der Gast auch durchaus weniger ins Wirtshaus gehen. Dafür dann umso bewusster, mit hohem Qualitätsstandart und ausgezeichnetem Service. Gastronomie ist eben Luxus bcw muss wieder besonders geschätzt werden, den man sich leisten wollen muss.
 
Diese reformierte Gastronomie löst dann auch die Personalnot im ganzen Tourismussektor, wenn man das Personal erstmals angemessen bezahlen kann.
An der Stelle ist Geiz nämlich nicht geil, sondern einfach nur hungrig. Man braucht heute nicht mehr glauben, dass man von einem Spitzenkoch mit dem Lohn eines Tellerwäschers Höchstleistung erwarten darf.
 
Und deswegen nochmal in aller Deutlichkeit: Wirtshäuser sind nicht am Sterben. Aber es wird Veränderungen geben. Und die sind nun mal qualitativer, personeller und finanzieller Natur.
 
Tom Weber
Gastrocoach
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